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Paradigmenwechsel -
Siebenten-Tags-Adventisten ohne Berührungsängste
01. August 2006 Friedensau/Deutschland [Martin
Haase]
Neue Töne hörten die ca. 1100 Anwesenden in der
großen Zeltarena auf dem Campus der Theologischen Hochschule Friedensau während
der Auftaktveranstaltung zum 13. Missionscamp der evangelischen Freikirche.
War der Adventismus hierzulande über Jahrzehnte eher
durch die „Abkehr von der Welt“ geprägt, interpretierte Hochschulrektor
Professor Udo Worschech das Camp-Motto „Suchet der Stadt Bestes“ als Hinwendung
zur postmodernen Gesellschaft, mit der klaren Aufgabenstellung, Gutes zu tun.
Auch Siebenten-Tags-Adventisten müssten alte Zöpfe abschneiden, in die Städte
gehen und der Welt Frieden bringen. „Wo sind die christlich-adventistischen
Abgeordneten, wo die christlich-adventistischen Politiker? Wo finden wir
christlich-adventistische Bildhauer, Musiker und Maler, die uns die Welt
deuten?“ mahnte Worschech die Zuhörer.
Ähnlich deutliche Worte fand Dr. Rolf Pöhler in
seinem Eröffnungsvortrag, als er für ein wohlwollendes kritisches Verhältnis der
Siebenten-Tags-Adventisten zur Gesellschaft plädierte, das Spannungen bewusst
aushalten kann. Besteht der missionarische Auftrag in der Zuwendung zur Welt
oder in der Abkehr von derselben?
Dr. Pöhler schilderte am Bild des historischen
Babylons die Merkmale eines Systems, das Macht über Menschen ausübt: „Babylon
ist der Inbegriff der Rebellion gegen Gott. Babylon ist ein System, das uns
gefangen nimmt. Dieses System zu verlassen und auf das neue Jerusalem
zuzusteuern ist unser Ziel.“ Dabei stünden auch die Siebenten-Tags-Adventisten
seit jeher in der Gefahr, eine adventistische Subkultur zu entwickeln. Eigene
Grundschulen, Kindergärten, Krankenhäuser und sogar Friedhöfe, markieren solche
Tendenzen. „Natürlich leben wir zwischen himmlischer Heimat und irdischem Ziel.
Es ist unser Auftrag, eine tragfähige Brücke zwischen Himmel und Erde zu bauen,
durch die andere den Weg zum Vaterhaus finden“, resümierte Pöhler. |
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Dr. Rolf Pöhler |
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